Hanners Gourmet-ABCvon Gerd Wolfgang Sievers Lange, für manche viel zu lange, hat die Gourmet-Welt auf das erste Buch von Heinz Hanner warten müssen. Doch wer gedacht hat, dass Heinz Hanner nun ein klassisches Kochbuch präsentieren würde, wie es die meisten anderen Kollegen getan haben, derzeit tun und sicherlich auch in Zukunft machen werden, der hat sich gewaltig getäuscht. Heinz Hanners Buch beginnt mit einem adaptierten Märchen, welches von meinem Kollegen Alexander Rabl verfasst worden ist. In diesem Märchen wird erzählt, wie Heinz Hanner die Langeweile am Herd, in der Küche und vor allem auf den servierten Tellern besiegt haben will. Und wer Heinz Hanner kennt, weiß wie er ist: agil, ständig auf der Suche nach Neuem, Interessanten und Überraschungen ist ihm nichts mehr zuwider als die Langeweile. Manch ein arroganter Kritiker wird beim Anblick des Buches sagen: „Ein besseres Heft, ohne Stil und eines großen Kochs nicht würdig...“ Und wer Hanners Gourmet-Reich im Wienerwald kennt, wird sich wundern warum tatsächlich kein auffälligeres Werk veröffentlicht worden ist. Dennoch, beim zweiten Blick fällt sofort auf, dass Hanner mehr veröffentlicht hat, als nur ein weiteres Kochbuch. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen kulinarischen Smalltalk, bei dem von „Absinth“ bis „Zweierlei vom Atterochsen“ neben Heinz Hanners besten Rezept-Kreationen auch Themen aus der Warenkunde, Fachwissen, einige Winzer und für Hanner wichtige Personen (wie z.B. Köche, Lieferanten) vorgestellt werden. „Hanners Gourmet-ABC“ vermittelt auf knapp 200 Seiten viele kreative Rezepte und interessante Details aus der bemerkenswerten Gourmet-Welt, welche sich die Familie Hanner im Wienerwald erschaffen hat. Bei allem Sinn für das Moderne und Kreative hat Heinz Hanner niemals den Bezug zur klassischen Küche aufgegeben, ganz im Gegenteil: er verbindet und ergänzt (wo er es für sinnvoll erachtet) alte, traditionelle Küchen-Werte mit Elementen aus der aktuellen Küchen-Philosophie. Das Ergebnis ist alles andere als Langweilig, denn neben den „Zottelkrapfen“, welche Hanner schon im elterlichen Gasthof kochen musste steht heute ein in Stickstoff gegartes „Himbeerbaiser“ – gegen die Langeweile und zum Wohle des Gaumens. Insgesamt ein reich bebildertes, sehr schön gestaltetes, informatives und unterhaltsames Buch, das nicht nur für Freunde von Heinz Hanners Küche „Pflichtlektüre“ sein sollte. 192 Seiten
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Hanner [besucht: Dezember 2006]