Gasthof Binder [besucht: Januar 2007]

Das es im Ort „Oth an der Donau“ von Fischrestaurants geradezu wimmelt, wie in einem Karpfenteich, dürfte hinlänglich besprochen worden sein. Und da unser Lieblingslokal gerade wegen der verdienten Urlaubssperre geschlossen hielt, besuchten wir einmal eine andere Karpfen-Destination, eben den Gasthof Binder.

Das Ambiente des Gasthauses vermittelte einerseits eine gewisse Urigkeit und andererseits einfach-rustikale Gemütlichkeit. Die hölzerne Einrichtung, rot-karierte Tischdecken, niedrige Decken, teilweise Enge und zahlreiche Angeltrophäen an den Wänden bestimmten das Bild. Nein, die Moderne hat hier noch nicht Einzug gehalten und man könnte glatt denken, in einer alten Fischer-Fiete gelandet zu sein.

Wenig Überraschenden und auch nicht wirklich Aufregendes bietet die Speisekarte. Neben 5 verschiedenen Süßwasserfischen, die allesamt entweder „serbisch“ oder „gebacken“ angeboten werden, gibt es auch einen „Karpfen blau“. Dazu werden die üblichen „Hausmannskost-Klassiker“ (zumeist Gebackenes) angeboten.

Wir verkosteten zunächst einmal eine rustikale Fischbeuschelsuppe mit Backerbsen, die überraschend gut gemundet hat. Großzügige Einlage von Karpfenrogen machte die Suppe sehr aromatisch, und die Verwendung von Backerbsen ist löblich (sind sie doch eine traditionelle Einlage für diese kräftige Fischsuppe).

Der gebackene Waller zeigte sich klassisch, guter Durchschnitt dürfte hier ein zutreffendes Urteil sein. Der „Karpfen serbisch“ kam als Riesenportion auf den Tisch, für einen allein (bei mehreren Gängen) kaum zu bewältigen. In der Zubereitung zeigte er sich eher deftig und auch die Würze war nicht „vollkommen“, da gibt es feinere Vertreter dieser Zubereitungsart. Dennoch passte er sowohl vom Geschmacksbild, wie auch der Zubereitungsart absolut ins Bild des Lokals, womit ein insgesamt stimmiger Gesamteindruck gegeben war.

Fazit: Der „Gasthof Binder“ ist ein sehr rustikaler Vertreter unter den Fischrestaurants von Orth, dennoch bietet er ein stimmiges Gesamtkonzept. Und wenn der Gesamteindruck passt, dann ist das Lokal schon mal recht ordentlich – und dies ist wahrscheinlich auch die fairste Beurteilung für den „Binder“.

Bleibt noch zu sagen, dass Im Sommer jeden letzten Donnerstag im Monat schlachtfrische Spezialitäten angeboten werden, von Zeit zu Zeit gibt es auch Wild auf der Karte und der mit Wein überwucherte Garten spendet im Sommer angenehmen Schatten.

Insgesamt handelt es sich hierbei um einen familienfreundlichen Betrieb mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

 

 

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