Gasthof "Zum Fallenstein" [besucht: Oktober 2006]

Fährt man auf der B20 in Richtung Gusswerk, so erreicht man von Mariazell kommend nach etwa 8km den traditionellen Gasthof „Zum Fallenstein“, welcher bereits seit 1860 als reiner Familienbetrieb geführt wird. Der sonnige Gastgarten wie auch die schattenspendenden Kastanien, die ruhige Tallage, das einzigartige quellwassergekühlte steirische Fassbier oder auch die gute Küche des Hauses sind nur einige Gründe, warum auch unser Hr. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer diesen Gasthof zu seinen Stammlokalen zählt.

Eine weltberühmte Attraktion ist das nahe des Gasthauses gelegene Wildgehege mit seinen chinesischen David-Hirschen (sind seit mehr als 1000 Jahren in freier Wildbahn ausgestorben), von denen es weltweit nur mehr 600 Tiere gibt und der Wirt Franz Stromminger viele Geschichten zu erzählen weiß. Nach einer Führung durch das Wildgehege oder einer ausgedehnten Wanderung durch das Eigenjagdrevier schmecken die regionalen Wildspezialitäten vom Reh-, Rot- oder Gamswild noch einmal so gut.   

Hier verkosteten wir zuerst recht delikate Rehleberknödeln sowie ein deftiges Rehbeuschl nach einem geheimen Rezept von der Oma zubereitet. Das „Hausrezept“, die sogenannten „Hirsch-Rückensteaks auf Burgunderart“ erschienen mit einer an die 70ger Jahre vorigen Jahrhunderts erinnernden Garnitur, welche aus einem geschmacklosen und leider kaltem Gemüse (völlig überflüssig), Convenience-Kroketten (ebenfalls keine echte Freude) sowie den leidlichen Preiselbeer-Dosenpfirsichgeschichte bestanden hat. Die Sauce zeigte auch Anmutungen von industriellen Verfeinerungsmitteln, insbesondere dem unguten „Kräutersalz“. Schade eigentlich, denn das Fleisch selbst war absolut köstlich.

Eine hausgemachte Schilchertorte bildete das passende Dessert.

Fazit: Ein ausgezeichnetes Beuschl reicht leider nicht für eine Empfehlung, dennoch ist das Gasthaus „Zum Fallenstein“ durchaus einen Besuch wert – und das nicht allein wegen der seltenen Davidhirsche (die man ohnehin nicht verspeisen darf). Wer eine eher deftige Hausmannskost liebt und keine Scheu davor hat, dass die Speisen mitunter unter der Verwendung von Fertigprodukten leiden, der kann hier durchaus gemütliche Stunden verbringen. Die Atmosphäre des Hauses und das quellwassergekühlte Bier sind nämlich wirklich angenehm.

 

 

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